|
|
|
|
|
|
|
Das “Abkommen über die Einrichtung zur historischen Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen und Gewalttaten, durch die der guatemaltekischen Bevölkerung Leid zugefügt worden ist" wurde am 23. Juni 1994 im Rahmen der Friedensverhandlungen in Oslo unterzeichnet.
| |
| Österreich investiert in den Frieden |
Die mit diesem Abkommen gegründete “Wahrheitskommission" soll die Menschenrechtsverletzungen und Gewalttaten der Kriegsjahre aufklären, einen Bericht über die durchgeführten Untersuchungen ausarbeiten und spezifische Empfehlungen abgeben, um den Frieden und die nationale Eintracht zu fördern. Der Abschlußbericht darf jedoch weder Einzelpersonen zur Verantwortung ziehen, noch rechtliche Absichten verfolgen. Einzelpersonen oder Institutionen werden aufgerufen, ihre ZeugInnenaussagen und Informationen in den Büros der Kommision abzugeben. Die Kommision unterhält sowohl in der Hauptstadt, als auch in den wichtigsten größeren Städten Guatemalas Büros, um eine Be- und Verarbeitung der Informationen zu erleichtern.
Dr. Christian Tomuschat (Moderator der Friedensverhandlungen) der Vereinten Nationen gehört ebenfalls zur Kommission und hat die Leitung der Kommission übernommen. Ausserdem besteht die Kommission noch aus 2 weiteren Personen, nämlich einem “untadeligen" Bürger und einem vom Moderator bestimmten Akademiker, wie es im Abkommen heißt.
Der vertraglich festgesetzte Arbeitszeitraum beträgt 6 Monate und kann auf Wunsch der Kommission auch verlängert werden (maximal weitere 6 Monate). Bis 31. Dezember 1997 ist es vertraglich noch möglich, Zeugnis über die Geschehnisse der Kriegsjahre abzulegen. Im ganzen Land arbeiten mittlerweile die Büros mit nationalem und internationalem Personal (insgesamt ungefähr 100 Personen) un den relativ kurzen Arbeitszeitraum so gut wie möglich nützen zu können.
Österreich investiert in den Frieden
Österreich unterstützt finanziell die Wahrheitskommission mit 250.000 USD. Die Gesamtkosten wurden bisher auf 6 bis 7 Mill. USD geschätzt. Bisher konnten 3,5 Mill. USD durch Hilfeleistungen von USA, Schweden, Norwegen und Dänemark aufgetrieben werden. Leider ist noch ein beträchtlicher Teil der Finanzierung ausständig.
(vgl. Salzburger Nachrichten, 5.11.1997, S.7, Weltpolitik, “Das Volk will Wahrheit über die Massaker wissen")
CIIDH
Centro Internacional para Investigaciones en Derechos Humanos (Internationales Zentrum zur Forschung in Menschenrechts-Angelegeheiten)
Diese guatemaltekische Organisation arbeitet auf wissenschaftlicher, unpolitischer und nicht-staatlicher Basis. Gezielt geht es dabei um die Aufbereitung der Daten von Menschenrechtsverletzungen der Kriegsjahre, die in Form von Zeitungsausschnitten oder ZeugInnenaussagen gesammelt werden, um sie nach der Kodifizierung in einer Datenbank zu führen und zu archivieren. Der Untersuchungszeitraum beträgt die Jahre 1960 -1996. Es werden sowohl die aufgenommenen ZeugInnenberichte verarbeitet, als auch die Berichte und Informationen verschiedenster Menschenrechtsorganisationen (GAM, etc.). Auf Grund dieser Datenbank wurde schon ein Buch herausgebracht, “Dem Fisch das Wasser entziehen" *), welches speziel die Region um Rabinal behandelt. Im Moment ist ein Buch über die Menschenrechtsverletzungen gegen den Universitätsbereich (Professoren, Studenten, Einrichtungen, Personal,...) im Entstehen. Bei Inkrafttreten der Wahrheitskommission wurde ebenfalls an diese ein Bericht mit ungefähr 10.000 schon aufbereiteten Menschenrechtsverletzungen übergeben. Für Ende Jänner ist geplant, einen grosßen Endbericht an die Kommission zu übergeben.
Eva
modified: Saturday, 30-Sep-2017 00:14:18 CEST,
© [an error occurred while processing this directive] by aoe, errors because of
HTML 4.0 Draft validated,
source,
referer