Die Vorgeschichte zum UniFrauen Ort
Ende der 70er Jahre schließen sich einige engagierte Studentinnen zusammen,
um ein Universitäts-Frauen-Zentrum zu gründen. Es wird als Sonderprojekt
der Österreichischen Hoch-schülerInnenschaft ge-nehmigt und nach An-mietung
und Renovie-rung der Wohnung in der Berggasse im Jänner 1980 feierlich
eröffnet. Im Rahmen dieses Zentrums finden verschiedenste
Frauenveranstaltungen und -aktivi-täten statt, der Verein "Frauenforschung
und weiblicher Lebenszusammenhang" wird gegründet und wenig später das
Frauen- und Lesbenarchiv "Stichwort". Die Räumlichkeiten stehen diversen
Frauengruppen weiterhin offen, Arbeitsschwerpunkt wird aber zunehmend das
Archiv. Mit der Zeit wird die 'Berggasse' für die wachsenden Bestände des
Archivs zu klein, und im September 1995 zieht das "Stichwort" in den 15.
Bezirk.
Einerseits an die Tradition der Räumlichkeiten anknüpfend, andererseits
im Glauben an die Notwendigkeit eines derartigen Angebotes, wird in der
Berggasse wieder ein Ort und eine Infrastruktur für Frauen geschaffen - als
Treffpunkt und Ausgangspunkt für gemeinsame Aktivitäten - das U.F.O.
Der politische Anspruch
Das U.F.O. schafft dem Mißstand, daß die Wiener Studentinnen an keiner
einzigen Universität über eigene Frauenräume verfügen, Abhilfe. Es ist ein
Ort, an dem Frauen sich treffen können, sich mit ihrer Situation an der Uni
und in der Gesellschaft ge-meinsam auseinandersetzen, ihre Situation
analysieren und diskutieren, wo sie gemeinsame Strategien ent-wickeln und
in konkrete Aktionen umsetzen können, wo gemeinsame - und unterschiedliche
- Erfahrungen zusammentreffen, wo Frauen sich selbst organisieren und
bestimmen.
U.F.O. bietet bestehenden Frauen-gruppen einen Ort für ihre Arbeit und
soll Austausch und Vernetzung zwischen den verschiedensten Einzel-frauen,
Gruppen, Studienrichtungen und Anliegen ermöglichen, ebenso wie
gegenseitige Unterstützung.
Der wissenschaftliche Anspruch
U.F.O. ist ein Ort der kritischen Auseinandersetzung mit Wissenschaft und
der Universität als Institution. Ein Ort für Frauen, die wissenschaftlich
arbeiten wollen, ein Angel- und Anknüpfungspunkt für Frauenfor-scherinnen.
Eine Art Frauenforschungszentrum für Studentinnen, das Kontinuität und
Vernetzung ermöglicht. Wo Frauen sich gegenseitig unterstützen, an die
Arbeit anderer Studentinnen anknüpfen, aufeinander aufbauen und sich
aufeinander beziehen können und in diesem Sinne kontinuierliches und
fortschreitendes Arbeiten auf studentischer Ebene möglich ist. Ein Ort für
Studentinnen, die nicht nur konsumieren, sondern gemeinsam selber sind und
wo diese Arbeit auch anderen zugänglich wird, anstatt unbeachtet zu
verschwinden.
Die Zukunft
Derzeit ist die Zukunft dieses Projektes nicht gesichert, weil noch immer
nicht klar ist, ob der Verein U.F.O. die Räumlichkeiten, deren Hauptmieter
der Zentralausschuß ZA der Österreichischen HochschülerInnenschaft ist,
weiterhin behalten und verwenden kann. Der ZA ist leider nicht mehr bereit,
Frauen weiter zu unterstützen und verweigert die Mietzahlungen, das
bedeutet defakto einen Rausschmiß, da der Verein U.F.O. selber kein Geld
hat.
Organisation
Der Verein U.F.O. versteht sich als selbstorganisiertes, offenes Projekt
aller Studentinnen, die sich daran beteiligen möchten. Bei regelmäßigen
Plenas werden notwendige Ent-scheidungen über Struktur, Organi-sation,
Zielsetzung usw. getroffen. Darum möchten auch wir unseren Arbeitskreis im
U.F.O. machen und hoffen durch die Öffentlichkeitsarbeit ein Einlenken
seitens des ZA.
Das virtuelle U.F.O.
In Planung steht eine Frauenmailbox, Webspace von Frauen für Frauen,
virtuelle Frauenräume. Die mo-mentane Situation bezüglich Re-präsentation
der Frauen im Internet ist wenig zufriedenstellend. Auf höchs-tens jeden 3.
Mann kommt eine Frau. Alle Formen der Diskriminierung von Frauen sind im
patriarchalen “Netz der Netze" zu finden. Wir möchten mit diesem Projekt
den Frauen einen angenehmeren Zugang zum Internet schaffen und damit
längerfristig den Frauenanteil in der Netzgemeinschaft erhöhen. Das
Internet geht auch uns was an.
U.F.O.Frauen