Geschichte

Der TU-Club, ein selbstverwaltetes und antihierarchisch organisiertes Kultur- und Kommunikationszentrum im Zentrum Wiens, existiert in der heutigen Form bereits seit 21 Jahren. Er war in dieser Zeit nicht nur gemütlicher Aufenthaltsort für unzählige Menschen, sondern auch Treffpunkt für die universitäre und außeruniversitäre Linke, Tagungsort für viele autonome Organisationen, Ort (sub-)kultureller und politischer Veranstaltungen, Erstauftrittsmöglichkeit für viele Bands und, last but not least, Ort zahlreicher politischer Aktionen.

Als solches wurde dieses Projekt auch all die Jahre vom Vorsitz der HTU (HochschülerInnenschaft TU), der von der Fachschaftsliste TU gestellt wird, unterstützt und mitgetragen; z.B. durch Zurverfügungstellen der Räumlichkeiten, in denen sich der TU-Club befindet.

Übernahmeversuch

Doch einige “altgediente" Club-MitarbeiterInnen hatten anderes vor Sie wollten aus unterschiedlichen Motiven den Club in ein reibungsloses, effizientes konzessioniertes Beisl mit hierarchischer Struktur umwandeln. Die Mehrheit des Plenums war jedoch von dieser Idee ganz und gar nicht begeistert, und so verließen die “LegalisiererInnen" nach und nach größtenteils freiwillig das Kollektiv.


Im Sommer 97 überschlugen sich dann die Ereignisse: Der TU-Club wurde anonym bei der Getränkesteuer angezeigt (nachdem er über 10 Jahre “unentdeckt" blieb), was den LegalistInnen außerordentlich gelegen kam und sie ihre guten Kontakte zum HTU-Vorsitz ausnutzten, um über diesen das Kollektiv massiv unter Druck zu setzen. Gleichzeitig wurden erstmals die Fachschaften (entsprechen unseren Studienrichtungsvertretungen), die immer schon zum Großteil entpolitisiert und mit dem TU-Club unzufrieden waren, mit Hilfe bewußter Fehlinformation in die Diskussion eingebunden, um der vom Vorsitz bereits gefällten Entscheidung gegen das bestehende Kollektiv einen basisdemokratischen Anstrich zu geben.

Nachdem der Weg so geebnet war, trat nun erstmals die “Gegengruppe" auf den Plan: Sie bestand zum größten Teil aus den seinerzeit im Plenum überstimmten Ex-Kollektivmitgliedern und konnte ein steriles Kommerzialisierungskonzept, garantiert ohne jeglichen politischen Anspruch, anbieten, das auch prompt vom “Fachschaften- und Referatetreffen" angenommen wurde. Da das TU-Club-Kollektiv aber auch noch einen gültigen Nutzungsvertrag mit der HTU aufweisen kann, sieht es derzeit keine Veranlassung, sich dieser Vorgangsweise zu beugen und die Räumlichkeiten in der Paniglgasse 1 zu verlassen.

Die derzeitige Situation

Seither ist der Druck auf die Club-Mitglieder jedoch enorm gewachsen Aufgrund der Drohung und des bereits erfolgten Versuches, die Schlösser auszuwechseln, ist es notwendig geworden, den TU-Club rund um die Uhr zu bewachen. Um die Macht der HTU zu demonstrieren, wurden außerdem bereits die Telefone gesperrt, die Versuche den Internetzugang und die Bierlieferungen abzudrehen schlugen glücklicherweise fehl. Trotz all dieser widrigen Umstände hält das Kollektiv aber nach wie vor den normalen Betrieb, inkl. aller Konzerte und Veranstaltungen (z.B. das BiologInnen-Fest am 16.12.) aufrecht.


Wenn Dir irgendwas an der Erhaltung alternativer, basisdemokratischer Arbeitsstrukturen, abseits der Hegemonie profitorientierter, hierarchischer Organisation, liegt, dann schau doch hin und wieder im TU-Club vorbei. Deine Solidarität wird jetzt dringend gebraucht.

ErnstL (Grüner Zweig, BING)